Chapter

Ein verhängnißvolles Blatt

Durch den im glühenden Sonnenlicht ruhenden Buchenwald am Bergabhang schallt Axthieb, das Kreischen einer Säge, und hier und da weckt ein rauschender Fall, von dem Krachen zersplitterten Holzes begleitet, das Echo in den gegenüberliegenden schroffen Wänden. Der längst überständige Buchenwald am Grünberg ist heuer vom Oberförster in S… zum Abtriebe bestimmt. Bis der erste Schnee fällt, muß die ganze Arbeit gethan sein; jetzt ist schon Ende Juli, und noch wogt überall das grüne Laubdach, den nahen Tod nicht ahnend. Auf dem Schlagplatz sieht es aus wie auf einem Schlachtfelde! Uralte Buchen liegen gefällt kreuz und quer, von den einen nur noch der Rumpf, der nackte Stamm, andere ächzen eben unter den wuchtigen Axthieben zweier kräftiger Bursche, die das Geäst abhacken. Bereits in gleich lange Stücke zerschnittene sind die steile Berglehne hinabgerollt und sammeln sich unten in wirrem Haufen; die gelbbraunen Schnittflächen blitzen wie polirt herauf – das Brennholz! Stämme von besonders edlem, geradem Wuchse sind der Rinde beraubt und glänzen hell im Sonnenlichte – das Bauholz! Die zwei Burschen hieben mit einer wahren Wuth, daß die kleinen Aeste oft weit davon sprangen. Aus dem groben Hemde blickte die braune behaarte Brust, man sah jede Muskel anschwellen beim Heben der Axt. Kurze Lederhosen, unzählige Male mit grobem Zwirn geflickt, in allen möglichen Farben spielend, in denen

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