Vorwort
Mit diesem Werke tritt ein Toter zum ersten Male als Gesamterscheinung vor die Öffentlichkeit. Was von Gustav Sack bei seinen Lebzeiten hier und da in Blättern erschien, zeigt nicht den ganzen Mann, sondern erhält nur von seinen großen Werken aus das volle Licht. Unter ihnen ist der Roman »Ein verbummelter Student« das erste. Er schrieb ihn zum ersten Male nieder im Spätherbst 1910, fünfundzwanzigjährig, in seinem Heimatsort Schermbeck bei Wesel. Hier und in der Umgegend spielt die Handlung. Ort und Landschaft sind bis auf die Namen treu dargestellt; das alte Schloß, in dem die schöne Loo bei ihrem Vater wohnt, ist das halbzerfallene, unbewohnte Raesfeld. Mit derselben unbeirrten Sicherheit hat der Dichter seine eigene äußere und innere Lage geschildert. Sie spricht aus dem Titel, dem endgültigen sowohl wie dem ursprünglichen, der sinnbildlich »Der dunkelblaue Enzian« lautete. Als Sohn des Hauptlehrers in Schermbeck am 28. Oktober 1885 geboren, besuchte Gustav Sack nach der Dorfschule von 1896 an das Gymnasium zu Wesel. Ostern 1903 erwarb er das Einjährigenzeugnis. Nach einer vierteljährigen Lehrzeit als Apotheker in Hadersleben kehrte er nach Hause zurück und trat, ohne Zeit verloren zu haben, zum Herbst wieder ins Gymnasium ein. Ostern 1906 bestand er die Abschlußprüfung. Er studierte drei Semester in Greifswald, eins in Münster Germanistik, dann ein Semester in Halle und