Chapter

Der Doppelmord

»Mord! Doppelmord!« rief der betagte Portier des großen Bankhauses Karl Wolter, als er mit allen Zeichen des Entsetzens in das Zimmer des Geheimpolizei-Inspektors Fritz Riechert stürzte. Bleich und aufgeregt, am ganzen Körper zitternd, stand er vor dem Chef der Kriminalabteilung. »Erklären Sie sich deutlicher,« mahnte dieser, ein Mann in den mittleren Jahren von untersetzter Gestalt und vertrauenerweckendem Gesicht mit durchdringenden Augen, die auf Verstand und Scharfsinn deuteten. »Nun?« ermunterte er den Erregten. »Ich – ich machte vor einer Viertelstunde den üblichen Morgenrundgang durch das Bankgebäude,« berichtete der alte Mann mit bebender Stimme, »als ich vor dem Eingang zum Sicherheitskassengewölbe meinen Sohn tot über der Leiche einer jungen Frau liegen fand, die ebenfalls ermordet zu sein scheint.« Der Beamte hatte schweigend mit großer Aufmerksamkeit zugehört »Ihr Sohn, Krause, und eine Frau?« fragte er und wiederholte: »Nebst einer Frau?« »Ja, Herr Inspektor. Kommen Sie herüber und sehen Sie selbst. Es ist so. O mein Gott, es ist kein Schreck- oder Trugbild. Kommen Sie, bitte – ich wage mich allein nicht zurück, und meine Alte stirbt vor Grauen und Entsetzen.« Der Inspektor wollte noch Fragen stellen, doch er besann sich und schellte. Ein Polizeidiener trat sofort herein. »Rufen Sie Cäsar Frank. Er soll sich augenblicklich zu mir bemühen,« gebot Riechert. Der

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