Chapter

Ein unbedachtes Wort

Zur Freude vieler hatte der Musentempel in C. endlich wieder seine Pforten aufgethan. Die Wintercampagne konnte beginnen. Die Eröffnung hatte diesmal auf sich warten lassen, da es dem energischen, strebsamen Direktor gelungen war, eine gründliche Renovierung des Theaters bei den Vätern der Stadt durchzusetzen. Trotz aller Eile war es aber nicht möglich gewesen, zur rechten Zeit fertig zu werden, und so konnte zum Schmerze aller Theaterfreunde die Saison erst am 1. November, statt wie üblich am 1. Oktober, beginnen. Das Theater spielte in der mittelgroßen, aber sehr wohlhabenden und wegen der zahlreichen Pensionäre, die sie bewohnten, Pensionopolis genannten Stadt eine wichtige Rolle. Es war der Sammelpunkt der besseren Gesellschaft. Der Direktor mußte daher für gute Kräfte und ein gutes Repertoire sorgen, wenn er sich halten wollte, und vor allem dafür, daß die engagierten Künstlerinnen jung und schön waren – Anforderungen, die für den Leiter gar nicht so leicht zu erfüllen sind, da gerade Jugend und Schönheit sich erstaunlich selten mit Talent und Können vereinen. Trotzdem aber glaubte der Direktor, sein Personal auch dieses Jahr glücklich zusammengestellt zu haben, und sah, wenn auch etwas erregt, doch siegessicher dem ersten Abend entgegen. Es wurde ein neues Lustspiel gegeben, in welchem die ersten Kräfte hervorragend beschäftigt waren. Gefielen sie der Kritik, welche in C.

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