Erstes Kapitel. Dunkelheit
Um das Jahr 1881 begann sich das Westende der 26. Straße von New-York jenseits der sechsten Avenue auszudehnen und sich gleichzeitig, wie man es zu nennen beliebt, zu »verschönern«. Die alten Häuser machten neuen Platz. An die Stelle der unregelmäßigen Bauart früherer Jahrzehnte trat die strenge Einförmigkeit, welche die heutige Architektur verlangt. Wer mit den baulichen Einrichtungen der größten Stadt Amerikas vertraut ist, kann sich leicht vorstellen, daß solche sogenannten Verschönerungen dem ästhetischen Sinn wenig Befriedigung bieten. Wie wünschenswert, ja notwendig die Verbesserungen sein mögen, durch welche, genau nach Winkelmaß und Lineal aufgerichtet, gleichartige Gebäude und gerade Häuserreihen entstehen – die Städte erscheinen uns doch weit malerischer im Verfall, und unsere Vorliebe für unterbrochene und gebogene Linien, für Häuser, die sich sozusagen den Eigenheiten und Seltsamkeiten ihrer Bewohner anpassen – ist eine ächt menschliche Schwäche. Einen ganz unerfreulichen Anblick aber gewährt es, wenn solch ein altes Gebäude zwischen den großen einförmigen Vierecken von Backstein und Mörtel eingezwängt ist. Man denkt dabei unwillkürlich daran, was uns in der Zukunft bevorsteht, wenn das Gleichheitsprinzip zur vollen Herrschaft gelangen wird, und Häuser sowohl als Menschen einander so ähnlich sind wie ein Ei dem andern. Jeder wird dann das Vergnügen haben, auf der