Erstes Capitel
Churchill sah von der halbstündigen Aufregung der vergangenen Nacht ziemlich angegriffen aus, als die Gesellschaft im Schlosse sich zum Frühstück, zwischen acht und neun Uhr am nächsten Morgen, versammelte. Der Tag fing in Penwyn zeitig an und Lady Cheshnut allein machte sich des gesellschaftlichen Krankscheinens schuldig, welches gewöhnlich in chronischem Kopfweh bestand und sie verhinderte, vor der Mittagsstunde zu erscheinen. Herrn Penwyns anstrengende Pflichten als Wirth am vorigen Abend mochten ihn am Ende auch etwas angestrengt haben. Er hatte an diesem schönen, warmen Sommermorgen ein trübes, mattes Aussehen — ein unruhiges Aussehen, wie Jemand, der während der Nachtstunden wenig Schlaf gefunden hat. Madge sah ihn dann und wann mit schlecht verhehlter Besorgniß an. Jede, auch noch so geringe Veränderung in dem geliebten Antlitz war ihr sichtbar. »Ich hoffe, Du hast Dich über die nächtlichen Vorkommnisse nicht zu sehr geärgert, mein lieber Churchill«, sagte sie zärtlich und schätzte irgend einen Grund vor, um ihm eigenhändig seine Tasse hinzutragen. »Die Diamanten sind ja unversehrt, und hoffentlich wird der Mann für seine Frechheit gehörig bestraft.« Churchill hatte ihr in seiner klaren, leidenschaftslosen Art und Weise Alles betreffs des versuchten Diebstahls mitgetheilt, von der Unterredung im Studierzimmer zwischen dem Gutsherrn und dem Vagabunden, hatte er ihr aber