Erstes Capitel
Nach London zurückgekehrt, säumte Churchill nicht lange T mit seinem Besuche in Cavendish Row. Er ging zwar nicht gleich an seines Vetters Begräbnißtage dahin, denn diese Trauerfeierlichkeit hatte ihn für gesellige Vergnügungen unfähig gemacht, namentlich aber für eine Unterredung mit einem so glänzenden Geiste wie Madge Bellingham. Er befürchtete, die Grabesluft in ihr trautes Heim zu tragen, wenn er sich unmittelbar von jener Grabesstätte zu ihr begeben hätte. Das Leichenbegängniß schien ihn mehr anzugreifen, als man bei einem Manne von seiner philosophischen Denkweise hätte annehmen sollen. Aber diese ruhigen, verschlossenen Leute — die Leute, welche sich sonst so zu beherrschen verstehen, wie es bei ihm der Fall war — sind zuweilen Menschen von tiefstem Gefühl. So dachte Herr Pergament bei sich, als er in der Gruft zu Kensal Green dem neuen Herrn neu Penwyn gegenüber stand, und ihm dessen blasses Gesicht und die tiefe Trauer auffiel, welche auf seinem Antlitz ausgebreitet lag. Churchill fuhr in Begleitung des Herrn Pergament sogleich nach dem Temple zurück, denn es drängte diesen Herrn sehr, nach New Square zurückzukehren, um seine Nachmittagsbriefe in Empfang zu nehmen, bevor er sich nach seiner prachtvollen Villa in Beckenham begab, wo er auf’s Schwelgerischste lebte, oder — wie seine Feinde behaupteten — sich mästete hyänenartig an den modernden Ueberbleibseln früherer