Ein seltsames Hochzeitsgeschenk - 1. Kapitel
Der Brief erreichte uns gerade an dem Tage, als der Radscha Mar Shing Dabsal von seinem Jagdschloß in den Bergen nach seiner Residenz Pudukattai zurückgekehrt war — und wir mit ihm. Harst prüfte die abgestempelte Postmarke … »Aus Ceylon, aus Kolombo, mein Alter …« Sehr geehrter Herr Harst, aus den Zeitungen ersah ich, daß Sie in Pudukattai weilen. Hoffentlich trifft mein Brief Sie dort noch an. Gestatten Sie, daß ich zunächst Ihnen über meine Person Aufschluß gebe. Im Jahre 1883 begab sich mein Vater, der ebenfalls Major der Heilsarmee war, mit mehreren anderen Offizieren und Soldaten hier nach Kolombo, um, wie wir uns ausdrücken, den Glaubensfeldzug zu beginnen. Seitdem haben zahllose verirrte Seelen sich vor der Bußbank eingefunden, und unser Werk gedieh zu Ehren Gottes auf das herrlichste. Ich als einziges Kind meiner inzwischen dahingegangenen Eltern heiratete hier vor acht Jahren eine Glaubensschwester, die ehemals der so verachteten Kaste der Rodias angehörte. Elizabeth, meine Frau, ist nun vor zwei Wochen unter ganz besonderen Begleitumständen verschwunden. Schon vor längerer Zeit merkte ich ihr eine völlige Veränderung an. Sie wurde still und in sich gekehrt, und dieser seelische Druck verstärkte sich bis zu tiefer Schwermut. Umsonst flehte ich sie an, mir die Ursache ihres geheimen Kummers zu nennen. Sie antwortete mir stets ausweichend, und nur zuweilen deutete sie