Chapter

Der Amateurphotograph.

Michael Gebhart war ein beneidenswerter, junger Mann. Er hatte in der Auswahl seiner Eltern die nötige Sorgfalt walten lassen und sich eine Wiege auserwählt, an der ein Elternpaar nur darauf wartete, ihren Sprößling mit all dem zu überschütten, was wir als den Inbegriff jeden Glückes anerkennen. Die reichen Eltern hatten, so lange sie lebten, nur darauf hingearbeitet, das einzige Kind glücklich zu machen. Und Michael Gebhart war glücklich. Schon die Natur hatte ihn begünstigt. Er war schön und von eleganter Erscheinung, besaß dabei aber ein sehr zufriedenes Gemüt, das ihm auch ein Glück unter weniger günstigen Verhältnissen gebracht hätte. Michael war eben ein Schoßkind der launigen Glücksgöttin Fortuna. Seine Eltern waren schon seit mehreren Jahren tot. Ganz allein lebte er mit einer tüchtigen Wirtschafterin, die er mit dem Erbe seiner Eltern übernommen hatte, und einem Hausburschen in einer eleganten Wohnung. Wie es seine Gewohnheit war, hatte Gebhart an dem wundervollen Sommertage schon in der frühesten Morgenstunde, nur mit seinem Photographenapparate ausgerüstet, allein einen Ausflug unternommen. Zur Mittagsstunde war er zurückgekehrt, und sofort nach dem Essen war er in der Dunkelkammer verschwunden, um die Bilder zu exponieren, die er auf seinem Spaziergange aufgenommen hatte. Er war ein leidenschaftlicher Amateurphotograph und hatte sich als solcher schon viele Preise

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