Der Fall Faxe
Es war einer der heißesten Tage des denkwürdigen Sommers 1917. Fast einen Monat lang war Stockholm ein Glühofen gewesen, in dem sich Menschen und Tiere nur mühsam zu bewegen vermochten. Wer dazu imstande war, flüchtete sich aufs Land, um in den Wogen des Mälarsees oder in den Schären ein wenig Kühlung zu suchen. Einer der wenigen, die von der erstickenden Hitze vollkommen unberührt blieben, war der bekannte Rechtskundige Max Sterling. Sterling war eine völlig unberechenbare Natur. Wenn der Nordwind heulte und die Kälte in den Hausecken knackte, so daß jeder froh war, sich am Kamin wärmen zu können, unternahm Sterling, nur mit einem dünnen Jackettanzug bekleidet, stundenlange Wanderungen. Und ebenso wenig, wie die Kälte, vermochte die Hitze irgendwelchen Eindruck auf ihn zu machen. Nie war er so frisch bei Kräften gewesen, wie in jenem fürchterlichen Monat Juni, und niemals hatte er einen solchen Arbeitseifer an den Tag gelegt. Es war, wie gesagt, einer der heißesten Tage am Ende des Monats. Sterling hatte soeben gefrühstückt und saß bequem zurückgelehnt auf einem hochlehnigen Stuhl im Wohnzimmer seiner Etage in der Regeringsstraße. Während er gedankenvoll den Rauchwölkchen der Zigarette folgte, die er zwischen den Fingern hielt, lauschte er dem schläfrigen Klappern einer Schreibmaschine, das gedämpft aus dem am anderen Ende der Wohnung befindlichen Kontor herüberdrang. Es