Kapitel 1
Berghof schloß seinen Sohn in die Arme. Um die beiden wogte das hastige Treiben der Fahrgäste, die sich aus dem Zuge heraus auf das Büfett stürzten; da und dort stieß jemand an sie an. Das laute Zischen der Maschine vermehrte den sinnverwirrenden Lärm. Georg machte sich aus der Umarmung des Vaters los und streckte dem Onkel die Hand entgegen. »Gratuliere zur Auszeichnung,« sagte Heinrich Berghof lächelnd. Der hübsche achtzehnjährige Junge wurde rot. »Zufall, lieber Onkel – und etwas Glück. Das kann bald einem Maturanten passieren!« Aber er war doch stolz darauf. Der Träger keuchte mit Georgs Koffer heran. Karl Berghof wies mit der Hand gegen den Ausgang. »Also vorwärts, Kinder! Die Pferde werden schon ungeduldig!« Als Heinrich hinter Vater und Sohn dem Tor zuschritt, empfand er etwas wie Neid. Da stand der Bruder, auf der Höhe seiner Manneskraft, ein junges, hoffnungsvolles Wesen neben sich, Blut von seinem Blute, voll Entwicklungsmöglichkeiten, eine frohe Verheißung für die Zukunft. Heinrich hatte weder Weib noch Kind. Er fühlte sich einsam in diesem Augenblick. Der Kutscher kam herbei und wollte dem jungen Herrn die Hand küssen. Georg entzog seine Finger dem alten Mann, dessen harte Bartstoppeln so sehr kratzten. Während sein Koffer, von der kräftigen Faust des Stationsdieners emporgeschwungen, auf den Bock flog, nahm er auf dem Rücksitz Platz. »Also los, Johann!« rief der