Chapter

Vorwort

Tote sind es, deren Gestalten diese Blätter heraufbeschwören, denn auch die blonde Claire ist seit mehreren Jahren tot ... Dem »verbummelten Studenten«, der den Namen meines Mannes bekannt gemacht hat, folgt heute der »Namenlose«. Es ist der zweite und letzte abgeschlossene Roman, den er uns hinterlassen hat, denn der dritte, »Paralyse«, ist Bruchstück geblieben. Der »Namenlose« steht erkenntnistheoretisch zwischen dem in der Philosophie scheiternden »Studenten« und dem »freien Menschen« der »Paralyse«. Von ihm sagt Sack selbst, als er gelegentlich die Entwicklungslinie seiner großen Arbeiten skizziert: Der Namenlose. – Der Götterglaube ist völlig überwunden; um aber im Relativismus und Positivismus bestehen zu können, Stütze und Verbindung mit dem Innersten der Natur durch geschlechtliche Liebe. Dieser schonungslos ehrliche Bericht einer sinnlichen Leidenschaft wäre, viel eher noch als Loos und Erichs Verbindung im »Studenten«, eine »dumme Liebesgeschichte«, die allenfalls durch einen krankhaften Paroxismus der erotischen Gefühle sich auszeichnete, wenn nicht das Denken die an sich kleinen Begebenheiten mit unerbittlicher Schärfe durchsetzte und zersetzte. Es sind, wie immer bei Sack, die Ereignisse im Gehirn, die den eigentlichen Gang der Handlung bilden, aus dem an sich leicht trivialen Stoff tragische Kraftvergeudung und Untergang gestaltend. Sack schrieb den »Namenlosen«

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