Kapitel I
I. Einen Morgens, im Herbst 1856, öffnete mein Diener, ungeachtet des ausdrücklichen Befehls, den ich ihm gegeben hatte, mich nicht zu stören, meine Thür, und sagte als Antwort auf die sehr bedeutungsvolle Grimasse, die er auf meinem Gesichte bemerkte: »Mein Herr, sie ist sehr hübsch.« »Wer denn, Dummkopf?« »Die Person, für die ich mir erlaube, Sie zu stören, mein Herr.« »Und was liegt mir daran, daß sie hübsch ist? Du weißt doch, wenn ich arbeite, bin ich für: niemand zu Hause.« »Und dann, mein Herr,« fuhr er fort, »kommt sie von einem Freunde von Ihnen.« »Der Name dieses Freundes?« »Er wohnt in Wien.« »Der Name dieses Freundes?« »O, mein Herr, ein drolliger Name, ein Name wie Rubin oder Diamant.« »Saphir?« »Ja, mein Herr, Saphir heißt er.« »Das ist etwas Anderes; da laß sie in das Atelier eintreten und bringe mir einen Schlafrock herunter.« Mein Diener ging hinaus. Ich hörte einen leichten Schritt, der an der Thür meines Kabinetts vorüber ging; dann kam Monsieur Theodor, meinen Schlafrock über den Arm gehängt, herunter. Wenn ich einem Diener dieses Zeichen der Rücksicht beilege, ihn Monsieur zu nennen, so geschieht es, wenn er sich durch seine Dummheit oder seine Schelmerei auszeichnet. Ich habe drei der schönsten Exemplare dieser Art, wie man sie nur finden konnte, gehabt: nämlich Monsieur Theodor, Monsieur Joseph und Monsieur Viktor. Monsieur Theodor war nur ein Dummkopf,