Ein Krämerherz
Ein Kaufmann in der Levante, der von frühester Jugend sein Leben dem Dienste des Nutzens geweiht und zu dem Ende im Osten und Westen große Reisen gemacht hatte; kehrte nun, in vorgerücktem, aber noch kräftigem Alter in seine Vaterstadt Tarsus zurück, wo man großes Aufheben von dem Vermögen machte, das er sich gesammelt. Das Erste, was er nach seiner Heimkehr tat, war, daß er dem Gouverneur einen Besuch abstattete und ihm einen Beutel mit Geld und eine Perlenschnur verehrte, um ihn hierdurch für sich zu stimmen. Dann baute er sich ein geräumiges Hotel mitten in einem Garten am Ufer des Karasu und begann rein ruhiges Leben zu führen, um sich von den Strapazen auszuruhen, die er auf seinen vielen Reisen erduldet hatte. Viele hielten ihn für den glücklichsten Mann; die aber, welche in sein Vertrauen eingeweiht waren, wußten, daß Schwermuth sein treuer Gefährte war. Als er in seiner Jugend die Heimat verließ, waren seine Verwandten und Freunde, wenn auch arm, doch gesund und zufrieden, und nun, da er wieder zurückkehrte; um ihnen goldene Tage für den Rest ihres Lebens zu bringen, fand er, daß die Hand des Todes sie Alle berührt, daß nicht Einer mehr lebte, der an seinem Glücke Theil nehmen konnte. Dieser Schlag überwältigte ihn, und Leere schlich sich in sein Herz. Die Klatschweiber im Bazar, begannen bereits von seiner traurigen Stimmung zu schwatzen. Bei einer solchen Gelegenheit