Chapter

I

Der Wortführer der Bürgerschaft erhob sich. Fast zugleich mit ihm, in jenem dumpfen Rauschen, das die gleichförmige Bewegung von mehr als hundert Männern erzeugt, die ganze Versammlung. Die Pause eines erwartungsvollen Schweigens stand zwei, drei Sekunden in der Luft des Saales. Das elektrische Licht überglänzte die getäfelten Wände und nahm voll in seine Helle den Charakterkopf des Wortführers. Sein grauschwarzes, lockig dickes Haar, halbkurz gehalten, hatte etwas Perückenähnliches, und das bartlose, rötlich gefärbte, sehr starkzügige Gesicht drückte Entschlossenheit und Selbstgefühl aus. Mit einem Herrscherblick, von seinem erhöhten Platze her, abwartend und doch auch ermahnend, überflog er die Versammlung, um jene andächtige Stille in der Haltung all der stehenden Männer zu erzwingen, die der Augenblick forderte. In weitgeschweiftem Halbrund standen sie, jeder vor seinem Platz, in den sacht amphitheatralisch aufsteigenden Reihen, zwischen Bänken und Pulten. Ein Parlament von Bürgern der Freien und Hansestadt Lübeck und der zu ihr gehörigen Landgebiete; alle gewissermaßen Mitregenten des republikanischen Gemeinwesens, berechtigt, ihren von der Majorität bestimmten Willen durch ihren Wortführer feststellen und aussprechen zu lassen. Rechts und links neben dem imposanten Mann mit dem alternden Gladiatorenhaupt standen die stellvertretenden Wortführer; der eine, breit,

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