Chapter

I.

Es war am Maternustage des Jahres 1793. Wochenlang hatte man auf die gesegneten Fluren der Provence das Bibelwort anwenden können: »Der Himmel über dir soll sein wie brennendes Erz und die Erde unter dir wie glühendes Eisen.« Heute früh aber hatte sich der Horizont mit dichten, cumulirenden Wolken umlagert, deren Säume sekundenlang von zuckenden Blitzen illuminirt wurden, während die krachenden Schläge des Donners die Felsen der Küste erschütterten und an den gischtumspritzten Wogenkämmen ihre Echo's zu vertausendfachen schienen. Der prasselnde Regen goß in solcher Tüchtigkeit herab, daß ihm keine Kleidung länger als eine Minute zu widerstehen vermochte und wohl jedes lebende Wesen sich schon längst unter ein schützendes Obdach zurückgezogen hatte. Ein Einziger nur befand sich im freien Felde. Er schritt die Straße dahin, welche durch Wein- und Olivenpflanzungen nach dem Städtchen Beausset führt. Sein Gewand war leicht und sommerlich gearbeitet; vom Regen vollständig durchdrungen, legte es sich eng wie eine Haut an seine schlanke, kräftige Gestalt; aber das schien ihn nicht im Mindesten zu geniren. Sein jugendliches Gesicht lächelte vergnügt in den Gewitterguß hinein, und seine elastischen Schritte waren ganz diejenigen eines Spaziergängers, welcher nicht die geringste Veranlassung, sich zu beeilen, hat. Da tauchte vor ihm, an der Seite der Straße, ein kleines Häuschen auf. Zu

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