Chapter

Erstes Kapitel

Es hatte die ganze Nacht hindurch gestürmt. Erst mit Tagesanbruch wurde es ruhiger in den Lüften, und auch die hochgehenden Wogen der See begannen sich allmählich zu legen. Der Dampfer, der draußen auf dem Meere einen ziemlich ernsten Kampf mit Wind und Wellen bestanden hatte, lief soeben in die schützende Bucht ein, und am Ende derselben tauchte das Ziel der Fahrt auf, ein malerisch gelegener Hafenort, der von einem starken Kastell auf felsiger Höhe überragt wurde. Am Vorderteil des Schiffes stand ein junger Offizier in der Uniform der österreichischen Kaiserjäger, der mit dem Fernglase in der Hand die Umgebung musterte. Die leichte Feldmütze, unter der sich das dichte, hellbraune Haar hervordrängte, beschattete ein Gesicht, das vollkommen zu der echt männlichen Erscheinung paßte. Jeder Zug darin war ernst, fest, geschlossen, und die klaren, lichtbraunen Augen mit ihrem ruhig prüfenden Blick entsprachen gleichfalls diesem Antlitz. Man hätte ihm nur etwas mehr Leben und Feuer wünschen mögen, die ernste, leidenschaftslose Ruhe berührte fast erkältend in den noch so jugendlichen Zügen. Auf der Kajütentreppe ließ sich ein wuchtiger Schritt vernehmen, und gleich darauf tauchte dort ein junger Soldat auf, der die gleiche Uniform trug. Er hatte bei den noch immer schwankenden Bewegungen des Schiffs einige Mühe, über das Verdeck und zu dem Offizier zu gelangen, der jetzt das Fernglas

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