Erstes Kapitel.
Am letzten Tage der Schwurgerichtssession stand Reuben Gale, ein hochangesehener, in Holborn wohnhafter Werkzeugfabrikant, unter der Anklage schweren Diebstahles und Raubes, verbunden mit vorsätzlicher schwerer Körperverletzung vor den Schranken des Gerichtes. Der Fall hatte großes Aufsehen erregt und der Gerichtssaal war gedrängt voll. Die Luft war von Staub und Oelgeruch erfüllt und wurde gleich drückend empfunden von dem Richter, den Advokaten, den Geschwornen und den Gerichtsdienern, die sämtlich zwar müde und abgespannt waren, aber durch das undurchdringliche Geheimnis, das diesen Fall umgab, in Spannung erhalten und aufgeregt wurden. Jedenfalls sah der Angeklagte nicht aus wie ein Einbrecher. Man konnte sich ihn unschwer vorstellen, wie er hinter seinem Ladentisch stand und die Hände reibend fragte: »Womit kann ich dienen?« oder wie er einer Pfarrgemeinderatssitzung anwohnte oder im Schoße seiner Familie ausruhte; allein ganz unmöglich konnte man sich diesen Mann bei einem verbrecherischen, mitternächtlichen Unternehmen beteiligt denken. Er war ein Mann von mittlerer Größe, von magerem, sehnigem Körperbau und trug einen schwarzen, nur etwas allzu völlig zugeschnittenen Anzug und tadellose Wäsche. Sein kurzgeschorenes dunkles Haar begann sich grau zu färben und der sorgfältig gestutzte kleine Backenbart war schon ganz weiß. Er hatte etwas große braune Augen mit dem