Aus dem Begleitschreiben
bei Uebersendung des Buches an eine Freundin. – – Sie lieben einen fröhlichen Gang durch Wald und Wiesen, über Berg und Thal. Die Natur ist nicht immer freundlich, aber sie ist doch immer – natürlich. Ein erzählendes Buch lesen Sie gerne, wenn es Sie wie solch ein Gang in der freien Natur anmutet, – am liebsten, wenn Sie's sogar unter grünen Bäumen lesen möchten. Aber auch in der engen Stube am trauten Winterabend oder an stillen Regentagen auf dem Lande nehmen Sie gerne einen Roman zur Hand, welcher Sie in gemütliche Stimmung versetzt und Ihnen zwischendurch ein behagliches Lächeln entlockt. Sie suchen die Natur noch in der Kunst und vermögen sich noch an einer Sonate oder einem Quartett von Haydn oder Mozart herzinnig zu erquicken, wie nicht minder an einer Zeichnung von Schwind oder Richter. Sie haben noch Sinn für eine Kunst, die mehr anregt als aufregt, für eine Kunst, die uns erwärmt, was doch etwas anderes ist als wenn es einem fortwährend heiß und kalt wird. Ich freue mich, Ihren Geschmack zu teilen. Sie lesen ruhig und langsam, mit Pausen, das Gelesene überdenkend. Sie erfreuen sich darum an wohlgegliederten Büchern, deren kleine und große Abschnitte für sich ein künstlerisch gerundetes Ganze sind und doch zur Einheit sich verweben. Es ist angenehm, wenn man ein Buch leicht weglegen kann und ebenso leicht wieder dazu zurückkehrt. Die geschlossene Form in der Sonate hat