Zur Einfuhrung
Selten wohl hat das Bild einer Zeit durch innere Kämpfe und äußere Erschütterungen eine so tiefgehende Wandlung erfahren wie das unserer durch die Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens. Die gewaltige Ausdehnung privater industrieller Unternehmungen hat innerhalb der Staaten Gebilde geschaffen von einer selbständigen Größe und Macht, wie sie in früheren Zeiten undenkbar waren. Staaten im Staate mit eigenen Herren und Dienern, zwischen denen der alte Kampf um Macht und Recht mit einem Male neue eigene Formen gewinnt. Dort die Arbeitgeber, hier die Arbeiter, Menschenklassen, deren Schicksal in seinen höchsten Momenten ganz abhängig ist von den Schwankungen des wirtschaftlichen Kampfes, – die aus dem Boden dieses Kampfes scheinbar eine ganz eigene, eigenmächtige Stellung zum Weltganzen einnehmen. Waren in früherer Zeit die Schicksale glücklicher und unglücklicher Fürsten wie die Kämpfe der Untertanen gegen den Eigenwillen der gekrönten Herren die ersten und mächtigsten Motive dichterischer Gestaltungen, so ist der gegenwärtigen Poesie ein neues Feld gewonnen in den Konflikten und Gegensätzen innerhalb der wirtschaftlichen Machtsphären. Glück und Unglück der Fürsten, Recht und Unrecht der Masse, – das sind auch hier die bewegenden Motive: der soziale Kampf der Arbeiter, der materielle Kampf der Kaufherren, Ringen um höhere Macht und um die Erhaltung der erworbenen Macht. Ein