Erstes Kapitel - Ein sehr verliebter Mann
Versetzen Sie sich zuerst in den Speisesaal eines Gastwirths, aber nicht zu Very oder Vefour, auch nicht in das Café de Paris oder nach dem Rocher de Cancale, sondern zu einem kleinen bürgerlichen Gastwirth ohne Anmaßung und Bedeutung, bei welchem man ziemlich gut zu Mittag speist, vorausgesetzt, daß man kein Lucullus oder Brillat-Saverin ist. Der Speisesaal ist zwar mit Spiegeln, Kron- und Armleuchtern nicht verschwenderisch ausgestattet, doch sind die Tische immer besetzt; nach dem Mahle bringt man Ihnen keinen blauen Bolus mit lauem Wasser und einem Citronenrädchen, um den Mund auszuspülen und die Hände zu waschen (eine Reinlichkeit, welche ich, beiläufig gesagt, sehr schmutzig finde); allein man hindert Sie nicht, die Fingerspitzen in Ihr Glas einzutauchen und mit Ihrer Serviette abzutrocknen; endlich sehen Sie hier keine Herrschaften mit Equipagen, noch athmen Sie Moschus- und Ambragerüche ein; allein Sie begegnen Künstlern und Schriftstellern, und hören sehr laut lachen und sprechen. Nun wählen Sie zwischen der Porte Saint-Denis und der Tempelstraße. Gegen fünf Uhr tritt Herr Girardière in den Speisesaal ein. Herr Girardière ist volle neunundvierzig Jahre alt, möchte aber nie älter als dreißig sein und bietet Allem auf, dies zu scheinen. Er ist kein schöner Mann, von mittlerer Größe, und um den Ansatz seines Dickbauchs zu verbergen, schnürt er sich immer fürchterlich; zu