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Kunst und Leben (1932)

Es besteht ein fester Zusammenhang zwischen Kunst und Leben eines Künstlers. Am einfachsten einzusehen ist dieser Zusammenhang wahrscheinlich bei den Malern. Bei den Dichtern hat man eigentlich noch nicht mehr Feststellungen gemacht, wie über den Zusammenhang zwischen dem Rhythmus des Verses und der Körperlichkeit des Dichters. Man hat bei den Malern festgestellt, daß jeder unbewußt seinen gemalten Gestalten die Verhältnisse seines eigenen Körpers gibt. Seine Gestalten haben alle eine Familienähnlichkeit, und zwar gleichen die männlichen Figuren dem Maler selber, und die weiblichen dem weiblichen Wesen, das ihm entspricht, das die ihn erfüllende Geliebte oder Gattin ist. Das geht so weit, daß man hat behaupten können, Rubens habe die Helene Fourment gemalt, bevor er sie überhaupt gesehen habe. Die Schwierigkeit bei den Dichtern rührt daher, daß die Dichter ja die innere Gestalt des Menschen bilden, wie die Maler die äußere, und die innere Gestalt ist eben schwerer zu bilden. Aber wenn man den Blick dafür hat, so wird man bei den Dichtern genau dasselbe sehen, wie bei den Malern. Auch der Dichter stellt in seinen männlichen Gestalten immer sich selber dar, in seinen weiblichen die ihm bestimmte weibliche Gestalt, die er denn auch im Leben sucht. Beim Dichter ist die Sache dadurch noch mehr verwickelt, daß er ja in den weitaus meisten Fällen Kämpfe zwischen den Wünschen

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