Einleitung
Vor einigen Jahren besuchte ich Dresden. Vom Morgen bis zum Abend die Stadt durchstreifend, hatte ich keine Veranlassung, mit der Gesellschaft des Hotels, welches ich bewohnte, Bekanntschaft zu machen, bis ich eines Tages zufällig erfuhr, daß in demselben eine Russe krank darniederliege. Ich begab mich zu ihm und fand in ihm einen Menschen, bei dem die Schwindsucht schon den höchsten Grad erreicht hatte. Ich war der Stadt nachgerade überdrüssig geworden und so ließ ich mich bei meinem neuen Bekannten häuslich nieder. Es ist zwar langweilig, einem Kranken Gesellschaft zu leisten, zuweilen jedoch ist auch die Langeweile angenehm; zudem war mein Kranker guten Muthes und immer zur Unterhaltung ausgelegt. Wir waren beide bemüht, uns die Zeit so gut es ging zu vertreiben, spielten Schafskopf und machten uns über den Doktor lustig. Mein Landsmann erzählte diesem deutschen Kahlkopf verschiedene Mährchen über seinen Zustand, welchen Jener stets längst vorhergesehen haben wollte, äffte ihm nach, wenn er sich über irgend ein außergewöhnliches, unerhörtes Symptom wunderte, warf seine Arzneien zum Fenster hinaus und dergleichen mehr. Ich bemerkte meinem Freunde zu wiederholten Malen, daß er gut thun würde, bei Zeiten einen erfahrenen Arzt zu consultiren, daß mit seiner Krankheit nicht zu spaßen sei u.s.w. Alexei aber (mein Bekannter hieß Alexei Petrowitsch S . . .). fertigte mich immer nur