Ein Besuch auf der Insel Robinson Crusoe's
Ein Besuch auf der Insel Robinson Crusoe’s. Von M. E. Plankenau. An der Küste von Chili kreuzend, waren wir mit einem anderen Walfänger zusammengetroffen, welcher von einem Freunde unseres Capitains befehligt wurde. Denselben begleitete, ein keineswegs seltener Fall, seine junge Frau auf der mehrere Jahre dauernden Reise, und die Anwesenheit der liebenswürdigen Amerikanerin hatte einen ungewöhnlich regen Verkehr zwischen beiden Schiffen zur Folge. Es wurde endlich beschlossen, für einige Zeit in Gesellschaft zu segeln und zunächst Juan Fernandez anzulaufen, um von dem bekannten Fischreichthum der Insel unsere Speisekammer neu zu versorgen. So wendeten wir uns denn nach Westen und steuerten bei überaus günstigem Wetter gemächlich entlang, bis nach mehrtägiger Fahrt eines Nachts der erwartete langgedehnte Ruf erscholl: „Land voraus!“ Vor uns am Horizonte hing eine dunkle Masse in ungewissem Licht verschwimmend wie eine Wolkenbank, aber mit jeder Stunde höher und deutlicher hervortretend. Dort hatte der Schotte Alexander Selkirk, der Held unserer Robinsonaden, gelebt. Er war Matrose auf dem Schiffe „Cingue Ports“ und wurde, in Folge eines Streites, von seinem Capitain Stradling im September 1704 auf dieser Insel ausgesetzt, wo er einsam hauste bis zum Februar 1709, in welchem Jahre Capitain Wood Rogers ihn auffand und nach England zurückbrachte. Die Erzählungen von Selkirk’s