Chapter

Eigenthum

»Lieber Freund! Seit gestern bin ich hier in meinem Heimathsort! – Wie hat sich Alles verändert! – Nicht als ob's mich erstaunte, daß des Schelmen Bungert Nase in höherer Potenz glüht, oder daß aus dem rundwangigen Gundelchen eine nette Jungfer geworden, das ist Alles naturgemäß und mußte so kommen – nein! ich staune, wie Menschenhand – was sind zehn Jahre, Lambert? – aus tiefster Waldeinsamkeit dies Weltgewühl geschaffen. Vertauscht ist der Ort? – verwandelt, um ihn nie wieder herauszufinden – herauszufinden, was er mir war, Lambert. Es hing ein Stückchen meiner Existenz daran! Von hier aus streckte ich als Kind die Wurzeln meines Daseins weit – weit – sog mich fest, an der holden Mutter Erde. – Von hier aus! Du würdest lächeln, wenn Du sähst, wie ich hier auf einem abgerissnen Stückchen Haidegrund sitze, um das in Mahnung alter Zeit vergessne Blumen hangen – sitze und traure, wie die Juden einst aus den Trümmern Jerusalem's. Trümmer! würdest Du rufen – Du träumst! – Trümmer hier, wo Alles vor Neuheit blitzt, wo selbst die Natur als proper aufgeräumte Kammer erscheint! Du hast Recht – ich träume – und träumen ist hier wahrhaftig nicht an der Zeit. Rastlose Sägemühlen arbeiten sich kreischend ab – Schlot an Schlot überqualmt die Gegend, Dunkel füllt die Luft – ekler Geruch – Wolken, die nicht vom Himmel stammen. Hat er nicht genug in Bereitschaft für uns? Müssen wir uns noch

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