Chapter

I

Lautlose Stille herrschte im Saal. Die Kapelle des in der Provinzial- und Regierungsstadt garnisonierenden Infanterieregiments trug das Zwischenspiel der Cavalleria Rusticana vor, die eben über alle größeren Bühnen der Welt ihren Triumphzug angetreten hatte. Das Konzert war, wie alle Sonntagnachmittags-Konzerte im Gesellschaftshaus, sehr gut besucht. Im Saal selbst, wie auf den den Saal flankierenden Galerien war kaum ein Tisch unbesetzt. In aller Mienen spiegelte sich die Wirkung der einschmeichelnden prickelnden Musik des jungen, italienischen Maestro wieder. Ein blutjunger Leutnant, der mit anderen Kameraden an einem größeren Tisch mitten im Saal saß, legte deutliche Zeichen einer wachsenden Nervosität an den Tag. Seine stark geröteten Wangen, sowie seine im feuchten Glanz schwimmenden Augen ließen erraten, daß er beim Diner der Weinflasche sehr reichlich zugesprochen haben mochte. Jetzt schien ihm das stille Sitzen nichts weniger als behaglich. Er rückte unruhig auf seinem Stuhl hin und her, fuhr sich mit der Hand an den engen, hohen Halskragen und pustete und keuchte, als bereite ihm die Musik mehr Beschwerden als Genuß. »Donnerwetter, das geht einem ja durch und durch!« machte er endlich, sich zu seinem Nachbar neigend, seinen Gefühlen Luft. Es war mit schnarrender Kommandostimme gesprochen, lauter, als der Sprechende selbst es wohl beabsichtigt haben mochte. Von den

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