Chapter

Kapitel 1

Am südlichen Ende des Hauses mit dem Graben befindet sich eine kleine Fläche künstlich herangeschafften Wassers, die von altersgrauen Zeiten her noch mit dem Namen der »See« geehrt wird. Diesen ziemlich melancholischen Fleck hatten sich die beiden Liebenden zum Schauplatz ihres ersten Rendezvous erlesen. Hier fand Claud denn auch Nina zur bestimmten Zeit auf ihn wartend. Das schöne Mädchen sah reizend aus in ihrem neuen, malerisch geschnittenen Kostüm von braunem Samt mit schmaler roter Einfassung, einem kleinen Samthut mit Zobelpelz und einer kurzen Jacke mit einem breiten Streifen desselben kostspieligen Pelzes. Sie aß in aller Gemütlichkeit und Seelenruhe Bonbons, und man sah ihr keine Spur von Ungeduld an, obschon sie doch auf eine große Entscheidung aus dem Munde ihres Geliebten wartete. Sie bot eine fast befremdende Verkörperung von Leben, Gesundheit und Schönheit dar, mitten unter all dem Verfall und all der Schweigsamkeit ihrer Umgebung. Sie mußte Clauds Schritte schon längst gehört haben; aber sie wandte den Kopf nicht eher, als bis er fast neben ihr stand, dann aber nickte sie ihm mit einem strahlenden Lächeln zu, hielt ihre Bonbontüte empor und sagte mit vollem Munde: »Echte Pariser Fondants. Heute morgen von einem Anbeter bekommen. Koste nur einmal; du kannst dir nicht vorstellen, wie gut sie sind.« Etwas in den Worten oder in der Handlung wirkte verstimmend auf

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