Kapitel 1
Es war an einem sonnigen Julinachmittage, als ich wieder einmal zu einem Besuche bei meiner Großmutter in Beachborough anlangte. Viele Leute verschreien Beachborough als ein klatschsüchtiges, langweiliges Nest an der Seeküste; ich aber kann es nicht ganz in diesem Lichte ansehen, fühle mich vielmehr besonders von dem Orte angezogen und statte ihm und meiner ihn bewohnenden Großmutter, so oft ich kann, einen Besuch ab. Beachborough, mit seiner frischen Seeluft, seinen angenehmen Spaziergängen und seiner eigentümlichen Gesellschaft ist mir ans Herz gewachsen. Und wenn auch diese Gesellschaft mich zumeist durch eine nicht gerade maßvolle Klatschsucht unterhält, so muß ich als Beobachter der menschlichen Natur, doch im voraus betonen, daß ich nie ein Wort von dem glaube, was von männlichen oder weiblichen Lippen mir über einen anderen gesagt wird. Sobald ich mich also von meiner Großmutter, der vortrefflichen Frau Knowles, losmachen konnte, begab ich mich nach dem Billardzimmer des Klubhauses und setzte mich dort in aller Gemütlichkeit auf eine der lederbezogenen Bänke. In weniger als fünf Minuten hörte ich dann, daß Lord Lynchester einen Ausflug aufs Land gemacht habe mit einer gelbhaarigen Dame (die ganz sicher nicht Lady Lynchester gewesen sei), daß Pilkington von Somerley seit drei Jahren keine Rechnungen mehr bezahlt habe, daß Lushington nicht zwei Stunden des Tages mehr