Chapter

Erstes Kapitel

Fontranges fuhr aus dem Schlaf auf. Eine Weile glaubte er noch nicht wach zu sein; der gesunde Schlaf der Fontranges war sprichwörtlich. Ihr Schloß blieb wohl die einzige Wohnstatt in Frankreich, wo der schlafende Herr ebenso pünktlich bedient wurde, wie nachdem er erwacht war. In den Häusern der Nachbarschaft, wenn sie dort zu Gast waren, gaben sie dem Dunkel seinen Herrschaftsbereich und sein Gewicht, ja sogar seine Akustik wieder; in ihrer Anwesenheit waren die Geräusche des Abends und die der Morgenfrühe wieder zu vernehmen, und die Dienerschaft brauchte die leisen Verrichtungen, das Rupfen der Hühner, das Stutzen des Rasens oder jenes Glätten des Sandes im Hofe, das beim Erwachen die Erde und auch das Gemüt so sanft streichelt, nicht auf den Nachmittag zu verlegen. Wenn sie von ihren Gastfreunden schieden, hatten sie die Nacht wieder schwarz gemalt; sogar der Vater Fontranges', der allgemein als hart und selbstsüchtig galt, ließ ausgeruhte Köpfe, gerötete Backen, alle Wohltaten des Schlafes zurück. Schlaflosigkeit hätte sie ebenso tief beunruhigt wie ein Ohnmachtsanfall am Tage. Hatten sie in der Nacht einmal die Augen geöffnet, so konnten sie sie nicht mehr von selbst schließen, eine fremde Hand hätte denn ihre Lider wie die eines Toten zudrücken müssen. Im Verlauf von vier schlaflosen Nächten war es auch, daß der Vater Fontranges', ein bis zum letzten Augenblick ganz

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