Eduard
Eine Novelle. Fortsetzung der Novelle: Die Zerrissenen. Es stürmte, dichtes Schneegestöber fiel herab, der Winter lag kurz vor seinem Dahinscheiden mit seinem ganzen düstern Gefolge vor den Fenstern des Zimmers, in dem drei Männer behaglich am Kamin zusammensaßen und, sich an der Flamme wärmend, die Erinnerungen ihrer Jugend zurückriefen. Eine Pendüle, an der Seitenwand aufgehängt, begleitete mit ihren immer wiederkehrenden Sekundenschlägen die Worte der Männer, gleichsam als schritte die Zeit selbst hörbar in der Stille und dem Frieden des Gemachs an ihnen vorüber. Ottfried, der jüngste Bruder des Schloßintendanten Werner, hielt eine Rolle Manuscriptbögen in der Hand; es schien, er habe eben etwas vorgelesen; sein Bruder war noch in tiefes Nachsinnen versenkt, und der Prediger des Orts, welcher mit dem Rücken gegen uns durch die breite schwarze Fläche fast den Anblick auf die Flamme versperrt, nahm jezt nach einer ziemlich langen Pause das Wort, und sagte, indem er den Blick um sich auf das Zimmer richtete:»Ich habe nimmer glauben mögen, daß dieses alte Wohngebäude mit den wenigen Veränderungen, welche Ihr habt anbringen lassen, zu etwas so Würdigem und Behaglichem hätte umgestaltet werden können. Ihr seyd geschickt zu Werke gelangen, theurer Freund, daß Ihr nicht die alte Physiognomie auf Kosten der neuen verwischt habt; die Behaglichkeit seiner frühern Bewohner, ihr