Chapter

1. Kapitel

Die Sonne entschwand in röthlichem Schimmer hinter den Eichen des Mardean-Parkes. Ein scharfer Wind fegte über die herbstlichen Fluren. Staub wirbelte auf der verödeten Landstraße. Nirgends ein Haus zu erblicken, nirgends kräuselte sich eine Rauchwolke über dem Gehölz, und doch war das Dorf Austin in kaum einer Stunde zu erreichen. Ein Wanderer kauerte in dem Gebüsch, ihm zu Füßen sein Hund. Die hagere Gestalt in dem mit allerlei bunten Lappen geflickten Kittel hatte etwas unsagbar Trostloses. Der Landstreicher war nicht mehr jung; langes, graues Haar umflatterte die hohlen eingefallenen Wangen, und der Blick der tiefliegenden Augen hatte etwas Grimmiges. Jeder Zug in dem verwitterten Gesicht sprach von bittersten Entbehrungen, ja von den Qualen des Hungers. Der Hund war ebenso abgemagert und hatte denselben hungrigen Blick wie sein Herr. Humbert Vargas erhob sich mühsam aus seiner kauernden Stellung, denn er war sechzig Jahre alt und erschöpft, und blickte in der grauen Dämmerung um sich. Ja, das ist der Ort! rief er. Dort steht der Eichenstumpf, und dort, innerhalb der Hecke blinkt der Graben, und dort drüben ist der Weg nach Mardean. Ja, ja, das ist der Ort. Es müssen jetzt gerade zwanzig Jahre sein. — Ja, ich erkenne diesen Eichenstumpf wieder, und kann darauf schwören, dass es der Graben drüben ist. Ich habe diese Stelle zu oft in meinen Träumen gesehen, um sie zu

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