Erste Novelle: Wallamoor
O love, be moderate, allay the exstasy, In measure raise thy joy, scant this excesse. Ein Reiter jagte mit verhängten Zügeln über die Haide. Sein jugendliches Gesicht drückte Müdigkeit und eine starke Besorgniß aus, die Kleider waren bestaubt, an vielen Stellen durch dorniges Gesträuch zerrissen; ein breitkrempiger runder Hut deckte eine Fülle von hellblonden Haaren, ein willkommenes Spielwerk des Windes. Das Pferd, eines der edelsten Gattung, schlank, feurig, flüchtig wie ein Schemen der arabischen Wüste, trof von Schweiß und zeigte hie und da Tropfen Bluts. – Immer weiter jagte der Reiter dahin. – Die Gefahr mußte ihm auf den Fersen sein, denn öfter wandte er das Haupt zurück und spähte mit den tiefblauen Augen nach allen Seiten scharf umher. Das Pferd drohte zu ermüden. Er klopfte ihm schmeichelnd Bug und Hals und sprach bekümmert: »Sulma, nur eine Stunde halte noch aus, eine Stunde, bis die Nacht hereinbricht!« Und Sulma verstand ihn; laut wiehernd brauste es dahin durch Dorn und Gesträuch, über Moor und Sumpf ... Ein Wald nahm den Reiter auf ... Er athmete freier, ein leises Lächeln glitt über seine Lippen und, munter seinem Pferde zurufend: »Dank dir, du treues Thier! nun ist die Gefahr bald vorüber,« ließ er die Zügel sinken. Langsam ritt er tiefer in den Wald, versäumte aber nicht zur Vorsicht ein scharf geladenes Pistol aus der Halfter zu nehmen, es aufzuziehen und in