Tillys Ankunft
Das war ein Weg – wie von einem Regenwurm entworfen! Hin und her und hin und her schraubte er sich zur Höhe hinauf – Wald rechts und links, mauerdicht, daß man nur ja nicht sah, wohin man fuhr und was einem entgegenkommen konnte. Und Vollrath nahm diese mordsüchtigen Kurven wie ein Irrer. Pausenlos ließ er die Hupe heulen und jagte immer wieder das herrische Aufjaulen des Kompressors hinein, sobald er einmal armselige zweihundert Meter klar vor sich hatte. Tilly Ebenezer war drauf und dran, vor Nervosität aus dem Wagen zu springen. Aber sie hatte nicht darauf schwören können, daß diese Verzweiflungstat irgendwelche Bremswirkung auf Vollrath ausüben würde. Sie wußte zu genau, was diesen berühmten Fahrer des Mannegoldschen Hauses, diesen menschgewordenen Motor trieb, ununterbrochen auf höchster Tourenzahl zu laufen: weil es zu der Frau ging, zu der Frau seines Chefs, die – alle Spatzen würden es, dank Jo, in Kürze von den Dächern pfeifen! – seinem Chef davongelaufen war und die, wenn irgend möglich, zurückzuholen man sie als Schwägerin und Schwester beauftragt hatte. Es sollte nur den Anschein einer kurzen Erholungsreise haben – daher diese nette kleine Parforcetour mit dem Wagen, in dem man weiß Gott wie in einem Himmelbett saß, der aber diesen losgelassenen Vollrath am Steuer hatte. Vollrath war ein Dämon. Eingenebelt in ein Wirrsal von Angst und Geschwindigkeitsrausch,