Chapter

Vorspiel

Hinter den Höhen des Black-Spur-Gebirges ging die Sonne unter. Noch überflutete ihr roter Schein den zackigen Kamm und drang durch jede Lücke in den dichten Reihen der Nadelbäume, so daß sich die Stellen, wo die zerbrochenen Aeste fehlten, scharf abzeichneten. Bald aber schwand die helle Glut und flammte nur noch hie und da plötzlich auf, wie Feuerfunken, wenn man Papier verbrennt. Dann kam der Nachtwind über das Gebirge gefegt und fing den alten Kampf an mit den Schatten, die vom Thal heraufstiegen, bis er endlich unterlag und von der alles besiegenden Finsternis verschlungen wurde. Nur die Bäume auf dem breiten Abhang des Kieferberges rauschten noch und schwangen wie abwehrend ihre Aeste; als aber die Schatten immer näher heranschlichen, bis eine Hütte nach der andern und Stollen auf Stollen im Dunkel verschwand, da hüllte sich zuletzt alles in tiefes Schweigen. Das Himmelsgewölbe allein war noch sichtbar, gleich einem riesigen, stahlgrauen Spiegel, der nur den Widerschein der Sterne zurückzuwerfen schien – so matt war ihr Geflimmer. Eine einzige Hüttenthür auf dem Kamm des Kieferberges hatte noch bei Nacht und Wind offen gestanden. Jetzt wurde sie von unsichtbarer Hand langsam zugemacht, und man sah drinnen, beim Schein der sinkenden Glut, eine Gestalt, die das Feuer auf dem Herde schürte. Zuerst war nur der eine Mann erkennbar, der sich darüber beugte, aber sobald die

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