Chapter

Erstes Kapitel. Erzwungene Geständnisse.

Zehn Minuten darauf erschien Fräulein von Thonnerins wieder frischer und heiterer als vorher im Saale, und als sie bei dem Grafen von La Marche vorüberging, sagte sie leise zu ihm:»Lassen Sie sich vorstellen und engagiren Sie mich.«Der Graf gehorchte ihr und während dieses Contretanzes fand zwischen ihm und der jungen Dame eine Unterredung statt. Was sie mit einander sprachen, konnte Niemand hören und kein Mensch weiß es. Fräulein von Thonnerins war ungewöhnlich blaß und ihr letztes Wort des Gesprächs war:»Verfügen Sie über mich, Herr Graf.«Wahrscheinlich hatte der Graf irgend ein entsetzliches Geheimniß entdeckt, welches Familien, wie die des Marquis um jeden Preis begraben wollen, um nicht ihre Ehre zu begraben. Dieses Geheimniß bestand jedenfalls zwischen Leonien und jenem Paolini, dessen Namen der Graf hinter ihr ausgesprochen hatte. Wir können nur so viel mit Gewißheit sagen, daß Friedrich am folgenden Tage dem Marquis einen langen Besuch abstattete, daß er bei diesem Besuche um die Hand der jungen Gräfin anhielt und daß der Marquis sie ihm bewilligte. Der Marquis war einflußreich, der Graf ehrgeizig. Wer kennt die Wege, die der Ehrgeiz einschlagen kann, um sein Ziel zu erreichen? Die Ehre der ganzen Familie mußte in Friedrichs Händen liegen, damit der stolze Marquis sich bewogen fühlte, seine Tochter einem so unbekannten Grafen zu geben. Es wurde festgesetzt, daß Herr von

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