Drei Sonnen am Himmel
Sitka Charley rauchte seine Pfeife und starrte nachdenklich auf ein Bild aus der Polizei-Zeitung, das an der Wand hing. Er starrte es schon seit einer halben Stunde ununterbrochen an, und ebenso lange beobachtete ich ihn verstohlen. Irgend etwas ging in seinem Kopfe vor. Was es aber auch sein mochte, so wußte ich jedenfalls, daß es verdiente, zur Kenntnis genommen zu werden. Er hatte vieles erlebt und seltsame Dinge gesehen, und er hatte das Wunder aller Wunder vollbracht, nämlich seinem eigenen Volke den Rücken zu kehren, und war – soweit es einem Indianer möglich ist – selbst in seiner Denkweise ein Weißer geworden. Oder wie er es selbst ausdrückte: er war in die Wärme gekommen, saß mit uns am Feuer und war einer der Unsrigen geworden. Er hatte nie lesen oder schreiben gelernt, aber sein Wortschatz war imponierend, und noch imponierender war, wie vollkommen er die Gesichtspunkte des weißen Mannes und die Stellungnahme des weißen Mannes den Dingen gegenüber erworben hatte. Wir hatten diese einsame Hütte nach einem anstrengenden Reisetag unterwegs entdeckt. Die Hunde waren gefüttert, die Teller schon abgewaschen, die Betten bereitet, und wir genossen jetzt die schönste Stunde, die an jedem Tag, aber dafür nur einmal täglich, auf Wanderungen in Alaska wiederkehrt, nämlich die Stunde, da nichts mehr zwischen dem ermüdeten Körper und dem Bett steht, als das Rauchen der