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Adeliger Lust

Nicht in seine Gemahlin, die schöne und lebenslustige Herzogin Anna, schien Johann Casimir verliebt, sondern in das Unglück seines Hauses, dessen letzter Sproß er war und bleiben wollte. Als am Morgen nach dem karg gefeierten Beilager in der Residenz Koburg die Kammerpagen, wie herkömmlich, hinter den Türen lauschten, vernahmen sie keine zärtlich geflüsterten Worte, kein dröhnendes Lachen vom Eheherrn, noch das girrende Gekicher ihrer angebeteten Dame, das sie vom kurfürstlichen Hofe her kannten; in dem weitläufig gewölbten Frauengemach hallten nur schwerfällige Schritte wider, das Klirren von Sporen und Wehrgehänge, und endlich, dies überlange Schweigen brechend und beschließend, ein strenger Abschiedsgruß Seiner Fürstlichen Gnaden: »So bin ich denn gewärtig, liebe Gemahlin, daß Ihr mir allezeit eine getreue Wirtin und Hausfrau sein werdet, ohn alles lockere, spielerische Wesen, wie 4 auch ich Euch in Ehren zu halten und alles etwan kommende Leid mit Euch zu tragen gedenke als Euer Herr und Gotteingesetzter Ehegemahl.« Die junge Herzogin hörte man darauf nichts von sich verlauten, Seine Fürstliche Gnaden aber verließ alsbald das Frauengemach – um es nie wieder zu betreten –, nahm schweigend und noch düsterer denn sonst die höfische Verneigung der Pagen entgegen und stieg hinab in den Audienzsaal, gefolgt von seinen Räten. Und nun wurden die Geschäfte des Landes in Besonnenheit

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