Attentate
Eine geschichtliche Skizze (Nachdruck verboten.) Die meuchelmörderische That des Amerikaners Czolgosz gegen das Leben des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika lenkt die Aufmerksamkeit abermals auf jene verabscheuungswürdige Gesellschaft, die die »Propaganda der That« auf ihr Panier geschrieben hat und von Zeit zu Zeit, die Welt mit Entsetzen und Entrüstung erfüllend, den Arm gegen irgend ein Staatsoberhaupt erhebt. Häufig genug begegnet man der Ansicht, es könnten nur Wahnsinnige sein, die die Hand zu einem derartigen fluchwürdigen Verbrechen bieten. Indessen liegt in ihren Plänen doch zuviel Methode, als daß man sie schlechthin als Irrsinnige von der Verantwortlichkeit ihrer Handlungsweise freisprechen könnte. Eine gewisse Großmannssucht mag jedem dieser Mordbuben eigen sein. Das sollte indessen nie und nirgends hindern, daß die ganze Strenge des Gesetzes gegen sie zur Anwendung gelangt. Narren freilich, verbrecherische Narren sind alle diese Attentäter. Denn wären sie es nicht, sie müßten sich doch sagen, daß ihre Handlungsweise eine durchaus thörichte und zwecklose. Selbst wenn ein solcher Meuchelmörder für seine That sogenannte »politische Motive« in Anspruch nimmt, muß er wissen, daß er nie das erreicht, was er durch das Attentat bezweckt, sondern immer gerade das Gegenteil. Wenn er sein Land »befreien« will und auf das Staatsoberhaupt ein Attentat macht, so