Der-Aufstieg
Der Berg hieß Kummerstein, aber nur bei denen, die ihn nie bestiegen hatten. Wer zurückkam, nannte ihn überhaupt nicht, denn bis dahin hatte man gehört, was oben hauste, und manchen Dingen gibt man keinen Namen, aus Furcht, der Name könnte kommen, wenn man ruft.
Eli stieg langsam, was die einzige Art war, auf die ihr Körper sie noch steigen ließ. Der Husten hatte im Frühling als Kitzeln begonnen und war bis zum Herbst zu einem Dieb geworden. Er nahm ihr zuerst den Atem, dann die Worte, ein paar auf einmal, sodass sie an manchen Morgen erwachte und den Namen des Vogels vor ihrem Fenster nicht fand, obwohl sie ihn ihr Leben lang gekannt hatte. Die Ärzte im Tal waren freundlich und nutzlos gewesen. *Schone deine Stimme*, sagten sie, als wäre eine Stimme eine Münze, die man in eine Schublade legen kann. Sie begriffen nicht, dass für eine Schreiberin die Stimme nicht die Münze war. Sie war der Brunnen, aus dem die Münze geschöpft wurde.
Dreißig Jahre lang hatte sie aufgeschrieben, was andere Menschen sagten. Eheversprechen, Beichten auf dem Sterbebett, die letzten Anweisungen der Bauern an ihre Söhne. Sie hatte ein gutes Ohr und eine ruhige Hand, und sie hatte in all den Jahren kein einziges eigenes Wort aufgeschrieben. Es hatte nie Zeit dafür gegeben. Stets war da ein anderer mit etwas zu sagen gewesen, und nur so wenig Zeit, es zu sagen.
Nun war die mit der wenigen Zeit sie