Chapter

Der Sterbende

Dr. Renault lag im Sterben. Daß es in der Stadt schon durch vorsichtige Zeitungsnotizen bekannt war, wußte er wohl. Er hatte viele sterben sehen, nun war er selbst an der Reihe, er sah es mit dem inneren Blick. Er lag mit geschlossenen Augen, war allein mit sich in der Dunkelheit, wie man es jeden Abend vor dem Einschlafen ist. Für ihn aber würde es kein Morgen mehr geben. Die Schmerzen und Beschwerden waren überstanden, im Befinden des Patienten war jene Erleichterung eingetreten, die Euphorie, die sich einstellt, wenn der Organismus den Kampf aufgibt. Sterbende glauben, daß es die Wendung zur Genesung ist, er aber wußte es besser. Nun würde der Augenblick kommen, über den er anderen unzählige Male hinweggeholfen hatte. Daß es einmal so weit sein würde, hatte er natürlich gewußt, und nun war es so weit. Der Arzt, sein langjähriger Freund und Kollege, war auf seinem abendlichen Rundgang schon bei ihm gewesen. Er hatte die Hand des Sterbenden auf der Bettdecke mit einem langen, festen Druck umschlossen, bevor er hinausging. Es war der Abschied. Gesprochen wurde nicht, sie hatten sich nichts mehr zu sagen. Beide waren alt und schieden von einander wie zwei Knaben, mit einem Lächeln, einem Winken: Der Augenblick der Trennung war gekommen, jeder mußte seinen Weg gehen. Unmittelbar nachdem der Chefarzt und sein Stab gegangen waren, war der Assistenzarzt hereingekommen und hatte ihm

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.