Chapter

Die beiden Pfarrhäuser

Gott grüß Dich, Alter! Schmeckt das Pfeifchen?« So trat mit fröhlichem Angesicht Ludwig zu seinem Freunde Andreas in das Zimmer. Ich sage Dir aber, der Himmel ist blitze blau, nun mache Dich flott: Der Mann muß hinaus! Dabei machte er die Bewegung des Kegelschiebens und schloß: Die andern sind schon fort und bestellen bei Gustchen den nöthigen Kaffee und Kuchen, Taback et caetera. Ludwig, führe mich nicht in Versuchung, entgegnete Andreas ärgerlich. Ich habe heut schon den zweiten Mahnbrief von meinem Bruder erhalten, meinen Onkel den Pfarrer in Auen aufzusuchen. Der Pfarrer Grün in Auen ist Dein Onkel? rief Ludwig verwundert. Und der Amtmann dort ist ja mein Onkel. Ich sage Dir, ein Amtmann und ein Pastor, wie sie im Buche stehn. Eine Hauptkomödie ist es, wenn sie zusammen sind. Mein Onkel ist ein ehrlicher biederer Kerl, ein ungeschliffener Edelstein, der Pastor ein Erzpietist: ich glaube, der liebe Gott hat die beiden den andern Leuten zur Kurzweil da nebeneinander gebracht, die kostbarsten Anecdoten könnt ich Dir von ihnen erzählen. So etwas ist mir nicht lächerlich, fiel ihm Andreas ins Wort; nein ärgerlich. Die Briefe dieses Onkels haben mich oft in einen innerlichen Grimm versetzt, mir ist das pietistische Wesen in den Tod zuwider, und ich sehe nicht ein, warum ein Mensch, mit dem ich im Herzen nichts zu schaffen habe, mich was angehen soll, bloß weil er meiner Mutter

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