Chapter

I

Den ganzen Tag hatte es auf Berlin aus niedrig ziehenden Wolken herabgetropft wie aus einem nassen Badelaken. Es waren schwere Wolken, die dahinschleiften und stets und ständig die Gestalt änderten. Einzelne Nebelfetzen, die sich gelöst hatten oder nur durch dünne elastische Bänder mit ihnen verbunden blieben, versuchten, ob es ihnen nicht gelänge, die Dächer zu berühren, oder ob sie sich nicht wenigstens an den Wipfeln der Pappeln draußen – denn die ragten am höchsten – irgendwie einen Augenblick festhalten könnten. Also: solche Wolken waren das, wie sie eine Quelle des Entzückens für den Maler bilden mit lehmgelben Lichtern inmitten von tausend Abstufungen, die von Maulwurfsfarben bis zum hauchfeinen, kaum noch lasierten Silbergrau reichen, und die man auf Gemälden über alles gern sieht ... sie fordern zu hastig geistvollen Pinselhieben geradezu heraus – bei einem Ruysdael setzen sie uns in Entzücken, aber selbst bei dem jüngsten Anfänger ist ihr plumpes Widerspiel unseres Lobes sicher – also: (um es schlicht und rund zu sagen) solche Wolken waren das, die, sofern sie, tropfend und schüttend, von früh bis spät ohne Unterbrechung über die Vorstädte einer triefenden, halbdunkeln, glitschigen Großstadt dahinjagen, uns jedes Lebenssinns zu berauben scheinen und uns noch zehnmal unmutsvoller und verzweifelter machen, als wir es ohnedies schon sind ... an solch einem trübfeuchten,

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