Chapter

Dionys-bácsi

Alois Essigmann freundschaftlich Ich war zum ersten Mal auf Besuch bei meiner seit drei Jahren in Ungarn verheirateten Schwester und saß nach dem vortrefflichen Abendessen mit dem Schwager und Baron B., einem Gutsbesitzer aus der Nachbarschaft, beim Wein. Die hohen weißen Flügeltüren waren auf den Altan geöffnet, zwischen dessen schlanken Säulen ein paar breite Stufen in den Garten führten. Büsche und Bäume standen regungslos im Mondlicht. Ich hatte den späten Nachmittag zu einer kleinen Rundfahrt benutzt und im stillen über die Lebhaftigkeit gelächelt, mit der meine Schwester sich mir als sichere Lenkerin der flinken, hübsch angeschirrten Pferde zu zeigen beflissen war. Eben trat sie, die ihren kleinen blonden Buben zu Bett gebracht hatte, in einem duftigen Sommerabendkleide herein und mischte sich nach einigen abwartenden Augenblicken, während deren sie eine Zigarette entzündete, mit ihrer wohllautenden munteren Stimme in das zwischen den Unvertrauten nicht allzu flüssig rinnende Gespräch. Sie hatte sich einen der tiefen Armstühle an den behaglichen runden Tisch gerückt, auf dem, da das alte einsame Haus der neueren Einrichtungen entbehrte, unter ihrem dichten Schleierschirm eine hochstielige Petroleumlampe brannte. Baron B., um so wortkarger, als er das Deutsche nur mit Mühe sprach, fragte plötzlich, warum die Fackelzwinge ihm gegenüber an der Wand nicht in Gebrauch genommen

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