I. Der Adjutant Charette’s
Wer von Nantes nach Bourgneuf gereist ist, hat bei St. Philibert die südliche Spitze des Sees Grand-Lieu berührt und nach einer weiteren Fahrt von einer oder einer Fußwanderung von zwei Stunden die ersten Bäume des Waldes von Machecoul erreicht. Links von dem Wege, in einer von dem Walde nur durch die Landstraße getrennten Baumgruppe wird der Reisende die Spitzen von zwei schlanken Thürmen und das graue Dach eines alten Schlosses bemerkt haben. Dieser Edelsitz hatte mit seinem geborstenen Gemäuer, mit seinen zerbrochenen Fenstern und seinem mit Moos überwucherten Dache ein so armseliges Aussehen, daß der Besitzer gewiß von keinem Reisenden beneidet worden wäre, wenn die Lage vor dem großen herrlichen Walde von Machecoul nicht so reizend gewesen wäre. Im Jahre 1831 war das kleine Schloß die Besitzung des Marquis von Souday, eines alten Edelmannes, dessen Namen es auch führte. Der Marquis war der einzige Repräsentant und der letzte Erbe eines alten berühmten bretagnischen Geschlechtes; denn der See Grand-Lieu, der Wald von Machecoul und die Stadt Bourgneuf liegen in dem jetzigen Departement der Niederloire und gehörten vormals zu der Provinz Bretagne. Die Familie war einst ein großer Stamm gewesen, der seine Aeste über diese ganze Provinz ausgebreitet hatte, aber die Ahnen des Marquis hatten diese Beste durch aristokratischen Luxus dergestalt entblättert, daß das Jahr 1789 ganz