Chapter

Die Zwillinge

Als Annie am Arm ihres Mannes vom Schiff auf die Mole trat, schlug ihnen ein Windstoß entgegen, Schaum spritzte ihnen ins Gesicht, so daß sie geblendet wurden, und Annie stolperte über einen großen Stein. Viggo griff ängstlich nach ihr und zog sie an sich. Er fühlte ihren angstvollen Aberglauben und beeilte sich zu sagen: »Das bedeutet Glück.« Langsam und beschwerlich ging sie über die runden Steine, die sich aus der Zementfüllung hoben. Endlich gelangten sie in den Schutz des steilen Ufers. »Sieh!« sagte er und blieb stehen. Es war Nachmittag, aber es dämmerte schon. Unter den niedrigen Wolken, die über dem Meer hingen, als ob das Land sie von sich geschoben habe, lagen auf dem hohen Ufer, hinter Pappeln und Weiden, etliche verstreute Häuser, mit kleinen Gärten, hinter mannshohen Hecken. »Das ist Sundby.« Vor einem weißen Giebel stand eine einsame Kuh, den Schwanz dem nassen Winde zugekehrt, und starrte wehmütig auf sie herab. Im Schutz einer Sandgrube grasten einige Schafe. Die Landstraße bog mit tiefen, regengefüllten Wagenspuren nach links ab, folgte dem Strand ein Stück, wo die Wellen über die Steine schäumten und Tanghaufen hoben und wieder fallen ließen. Wo das struppige Strandgras begann, lagen große Flächen von schmutzigem Schaum, mit denen der Wind spielte. Vom Strande bog die Landstraße in eine breite, offene Lichtung ein, die zum Hügel hinaufführte. Dort lag der

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