Erstes Kapitel
Es klopfte. Unmutig horchte Pfarrer Permoser aus dem Matrikelbuche auf, in das er eben mit ungelenker, brüchiger Schrift seine Eintragungen gesetzt. Es würde wohl die Hartbäuerin sein, oder sonst jemand vom Harthofe. Dem Alten sollte es seit letztem wieder schlechter gehen, so hatte es die Petronilla beim Krämer umreden gehört und der Mali weitererzählt. Ja, wenn es die Alten einmal anpackt! Vielleicht, daß sie ihn abermals holten. Allein nicht eher rief der Pfarrer Einlaß, ehdaß er das Wort, das gerade im Zuge der wimmernden Feder war, fertig niedergeschrieben hatte. Er sah auch gar nicht aus der Arbeit auf, als die Türe schon längst wieder hinter dem Eintretenden ins Schloß geschnappt war. Deutlich verspürte er den Schauer der hereinnebelnden Flurkühle im Nacken; eine Wolke von Winter ging aus von dem Menschen, der da wartend hinter ihm stand. Um was es sich handelte, erfuhr man immer noch zeitig genug. Auf alle Fälle war es nicht eilig. Ein weiter Weg da hinauf, wenn es dem Hartbauern galt; und noch dazu jetzt, im Hochwinter! Zeit, daß wieder eine junge Kraft zu seiner Unterstützung und ergänzender Bewältigung der umfänglichen Pflichten eintraf. Pfarrer Permoser wandte kaum den Kopf, da er nach einer Weile, scheinbar zerstreut, nach des Besuchers Begehr fragte. Der Angeredete trat einige Schritte näher und hüstelte. Da schob der Pfarrer sich von dem Folianten ab und stand