Die Wundersüchtigen
Der Geheimerath von Seebach lebte in seinem großen, wohleingerichteten Hause glücklich in der Residenz. Da er reich war und eine angesehene Stelle bekleidete, viele Verbindungen hatte, und eine große Correspondenz führte, so war bei ihm oft der Sammelplatz angesehener und merkwürdiger Fremden und Reisenden. Häufig aber waren unter diesen Besuchenden auch solche Gestalten, die von seiner Familie weniger gern, oder nur mit Mißtrauen gesehen wurden, weil der Rath früher ein Mitglied mancher Gesellschaften gewesen war, die sich höherer Kenntnisse oder wunderbarer Geheimnisse rühmten, und obgleich der thätige Geschäftsmann schon seit Jahren alle diese Verhältnisse aufgelöset, und sich von diesen Verbindungen zurückgezogen hatte, so sorgte die Tochter, die den Vater genau kannte, doch immer, daß irgendwo ein Faden wieder aufgenommen werden möchte, der nicht zerrissen war, um Verwicklung, Zeitverlust, oder auch wohl Kummer zu veranlassen. Der lebhafte, heitre Sohn war gegen viele Wanderer mehr deswegen eingenommen, weil ihr Einsprechen dem Rathe manches Geldstück kostete, denn so wie er die Geheimnisse und Wunder verlachte, war er doch neugierig genug, immer wieder auf die Erzählung von seltsamen Entdeckungen oder unbegreiflichen Begebenheiten mit Eifer hinzuhören. In alten Papieren kramend, saß der Rath an seinem Schreibepulte, und neben ihm Anton, sein Sohn, ihm gegenüber sein