Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht
Wir haben alle schon verdrießliche Geschichten gelesen, die uns mit der lieblichsten Irrhöhle voll Verwicklungen bezauberten und ängstigten und uns unruhig nach einem hellen Ausgang bogenlang herumgreifen ließen, bis endlich die unerwartete Zeile, »als ich erwachte,« uns die ganze Höhle unter den Füßen wegzog. Bei dem zweiten Lesen fanden wir dann alles durchsichtig und hell und waren nicht mehr zu peinigen. Eine solche trockne Historie ist gottlob meine von der wunderbaren Nacht-Gesellschaft nicht; ich war leider bei der Erscheinung derselben so wach als jetzt, und saß am Fenster. Vorher muß sich der Leser einige Personalien von mir gefallen lassen, damit mein erbärmliches Benehmen gegen die Nacht-Sozietät, das meinen Mut mehr verbirgt als zeigt, zu erklären ist. – Nachmittags am Valettage des ein Jahr lang sterbenden Säkulums ging ich von 3 bis 8 Uhr nachdenkend in meinem Schreibzimmer auf und ab, weil ich vor Migraine nichts schreiben konnte; und hatte besonders über den unabsehlich-langen um die Erde kriechenden Strom der künftigen Zeit meine schwermütigen Gedanken, wovon ich am Neujahrstage die besten ausklauben und niederschreiben wollte für dieses Werkchen. In die hinter fünf, sechs Jahrtausenden liegende Vergangenheit zurückzuschauen, gibt uns mutige Jugend-Gefühle; sie kommt uns als unsere antizipierte Kindheit vor; hingegen vorauszublicken weit über unsern letzten Tag