Chapter

Erstes Kapitel

Dionisius Elster und seine Kinder. Tante Molly in Batavia will ihre Nichte Veronika zu sich haben. Der Buchhalter Goldenfuß taugt nicht zum Begleiter. Vetter Cornelius Schwerdtlein wird dazu ausersehen. Hat der Leser einmal die schöne, alterthümliche Stadt Nürnberg gesehen, so wird er mir Recht geben, wenn ich sage: Sie hat in ganz Bayern und auch in dem übrigen Deutschland ihres Gleichen nicht. Ist doch fast ein jedes Haus in seiner mittelalterlichen, starken und romantischen Bauart ein Monument. Die weiten, an Bildwerken und unverdorbenen Zierrathen aller Art reichen Kirchen laden zur tiefinnigsten Andacht, während die stets rauschenden Springbrunnen draußen ein fröhliches Leben um sich versammeln und das krystallhelle Wasser aus Hunderten von Röhren, Schnäbeln, Mäulern und Rachen ausspeien und niederträufeln. Auf allen Erkern, welche die hohen Häuser zieren, sieht man lachende Gesichter, fröhliche Männer und Frauen. Der kräftige Menschenschlag ist überhaupt darnach angethan, durch seine gemüthliche Leutseligkeit schnell Vertrauen und Liebe zu erwecken. Darum weilen auch die Fremden gern in Nürnberg's Mauern, und wen die kurzgemessene Zeit nicht rasch weiter treibt, der setzt seinem Aufenthalte daselbst gern ein paar Tage oder Wochen zu. So war es vor Jahrhunderten, so ist es auch noch heute und wird hoffentlich so bleiben, so lange die alte Stadt steht. Im vorigen

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