Vorrede
Menschen, die suchen, gehen, im Großen genommen, zwei verschiedene Wege. Unsere Zeit zeigt das stärker als früher. Die meisten schlagen den Weg des rastlosen Tempos ein. Dieser Weg ist voll von Menschen, die sich niemals Ruhe gönnen. Ihre Phantasien streifen alle Dinge zwischen Himmel und Erde. Sie lassen sich die Sinne von dem Nervenkitzel des Augenblicks reizen. Sie glauben das wirkliche Leben zu leben, während sie das Scheinleben erleben; sie verwechseln das Unwesentliche mit dem Wesentlichen und beten vor allem andern die schimmernde Oberfläche der Dinge mit all ihren wechselnden Bildern an. Sie zersprengen sich selber mit dem heftigen Begehren des Augenblicks und jagen Phantomen nach, denen die geheimnisvolle Kraft des Sensationellen eigen ist. Die besten von ihnen glauben die Welt durch Worte umwälzen zu können. Das sind geborene Abenteurer, denn sie besitzen Phantasie. Auf dem andern Weg tasten sich nur wenige Menschen vorwärts. Sie lächeln mitten im Lärm, lächeln über das Hetzen und Schreien und all das menschenfresserische Treiben, das unsere Zeit kennzeichnet. Sie bedürfen der kühlen Ruhe der Einsamkeit, der Vertiefung und Veredelung. Sie wollen die Schlacken in sich selber wegbrennen. Sie suchen nach dem Quell an der Wurzel des Lebensbaumes, um die drei Nornen nach den kommenden Geschehnissen zu fragen. Sie sind froh, wenn es ihnen mit unsäglicher Mühe gelingt, sich